Wie häufig kommt es zu Keimübertragungen beim Patientenkontakt?

Das Team der Spitalhygiene USZ hat in Kollaboration mit unseren Kollegen von Ann Arbor, Michigan, eine systematische Literaturreview und Metaanalyse zum Thema «Übertragungen von Keimen während der täglichen Spitalarbeit» durchgeführt. Fazit: Während der Arbeit am Patienten oder in der Patientenumgebung kommt es häufig zu Übertragungen. Zum Beispiel werden bei jedem dritten Patientenkontakt pathogene Keime auf die Hände des Spitalpersonals übertragen. Trotzdem, die wissenschaftliche Datenlage zu diesem wichtigen Thema ist bisher spärlich und weitere Studien dringend notwendig.

 

Vancomycin-resistente Enterokkoken erfassen die Schweiz

Enterokokken gehören zur normalen Darmflora jedes Menschen. Gelangen sie jedoch in andere Körperregionen, können sie Infektionen wie Wund- und Harnwegsinfektionen oder gar eine Sepsis verursachen. Kann der Bakterienstamm eine Resistenz gegenüber des häufig eigesetzen Antibiotikas Vancomycin entwickeln entstehen die Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE).

Die letzten Jahre wurde die Schweiz weitgehend von Outbreaks mit VRE verschont, während die fernen Länder Australien und Neuseeland in den letzten 5-6 Jahren bereits mit solchen Ausbrüchen mit dem in der Verbreitung besonders erfolgreichen Sequenztyp 796 konfrontiert wurden. Seit Anfang Jahr häuft sich jedoch auch in der Schweiz (Kanton Bern und naheliegende Kantone) das Auftreten des gleichen VRE Sequenztyp. Zum grossen Glück darf gesagt werden, wurde nur bei einem kleinen Teil der VRE diagnostizierten Patientinnen und Patienten eine klinische Infektion festgestellt. Trotzdem ist erhöhte Wachsamkeit geboten, denn es kann davon ausgegangen werden, dass in der ganzen Schweiz vermehrt mit diesem VRE Sequenztyp gerechnet werden muss. Seien sie achtsam, im Moment vor allem bei Verlegungen aus dem Kanton Bern, und helfen Sie mit, die Weiterverbreitung zu verhindern!!!

 

Erfahren Sie hier  mehr über den Outbreak des VRE Sequenztyp 796 in der Schweiz.

Mycobacterium Chimaera Single Case Study im EID Journal veröffentlicht

Dies ist die Geschichte eines 60-jährigen Mannes, der eine Reparatur seiner Bauchaorta benötigte. Bei diesem Eingriff wurde künstliches Material eingesetzt, was durch eine schwere Infektion kompliziert wurde, versursacht durch das tuberkulose Verwandte  Mycobacterium chimaera. Glücklicherweise konnte der Mann geheilt werden, durch lang anhaltende Mehrfachantibiotika und eine chirurgische Entfernung der infizierten Gefässprothese.

Mittels intensiven Untersuchungen im Operationssaal konnte eine Quelle der bakteriellen Verunreinigung ausgeschlossen werden. Folglich bleibt der Verdacht bestehen, dass die künstliche Arterie bei ihrer Herstellung mit dem Mycrobacterium Chimaera kontaminiert wurde. Das Sterilisationsverfahren mit Ethylenoxidgas, das während des Produktionsprozesses verwendet wird, hat keine nachgewiesene Wirkung auf M. chimaera. Leider konnte die Firma Gore medical (Newark, DE, USA) nicht überzeugt werden, eine Untersuchung des Wassers am Produktionsstandort auf potentielle Verschmutzung durchzuführen.

Lesen sie hier mehr über die Einzelfallstudie


This is the sad story of a 60 year old man who needed a repair of his abdominal aorta that involved the insertion of artificial material, which resulted in a severe infection with Mycobacterium chimaera, a relative of tuberculosis. Luckily he could be cured by prolonged multiples antibiotics and a well-done surgical removal of the infected vascular artificial material.

Intense investigations in the operating room were unsuccessful to find the source of this bacterial contamination. In consequence, the suspicion remains that the artificial artery was contaminated during its production. The sterilization process with ethylene oxide gas used during the production process has no proven effect on M. chimaera. Sadly, the company Gore medical (Newark, DE, USA) could not be convinced to pursue an investigation into water contamination at their production site…

Read more about the single case study here

 

„Boundary-spanning“, „Resources“ & „Implementation Agendas“

Spitalerworbene Infektionen führen häufig zu unerwünschten Ergebnisse bei Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen. Europaweitgesehen sind 6% davon Katheter assoziierte Blutstrominfektionen (CRBSI). Das CRBSI mit Infektionspräventionsverfahren reduziert werden können, ist bewiesen. Doch bestehen Unterschiede in der Art und Weise, wie Krankenhäuser Infektionsprävention und Kontrolle (IPC) durchführen. Ein europaweites Projekt unter dem Namen „Prevention of Hospital Infections by Intervention and Training“ (PROHIBIT) hat durch den Einsatz von zahlreichen Arbeitspaketen die Unterschiede in der Umsetzung von IPC-Praktiken in verschiedenen europäischen Krankenhäusern analysiert, um den Effekt von zwei eingeführten Interventionen zu messen.

Der spannenden Artikel dazu von L. Clack et al., findet ihr unter dem Titel: „Implementing infection prevention practices across European hospitals: an in-depth qualitative assessment“

Indepth

Händeschütteln noch erlaubt?

Händeschütteln wird hierzulande als gängiges Begrüssungs- und Verabschiedungsritual angesehen und ist fester Bestandteil unserer Kultur. Betrachtet man das Händeschütteln von der hygienischen Seite, könnte man jedoch glatt darauf verzichten. Die Frage stellt sich: ist ein Balanceakt zwischen Kultur und Hygiene möglich?

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Aktion Welthändehygienetag

Morgen, am 5. Mai, jährt sich der Welthändehygienetag, dafür haben wir wieder etwas ganz Besonderes vorbereitet. Überall im USZ werden am 7. Mai Geschenkkörbe, gefüllt mit Taschenflaschen samt Befestigungsclips, verteilt.  Damit haben alle USZ-Mitarbeitenden das Händedesinfektionsmittel stets zu Hand – neben den ohnehin schon zahlreichen Desinfektionsmittelspender, die u.a. an jedem Patientenbett befestigt sind.

Wir möchten am USZ die spitalerworbenen Infektionen auf unter 5 % senken. Seien auch Sie dabei und helfen Sie mit, durch eine konsequente Händehygiene. Gemeinsam werden wir erfolgreich sein!

Grüsse aus der Spitalhygiene