Es liegt in unseren Händen

Eine gute Händehygiene kann Leben retten. Eine guten Händedesinfektion ist eine effektive und günstige Methode, um die Übertragung von Keimen zu reduzieren. Wer bis vor kurzem seine Ausbildung im medizinischen Bereich absolviert hat, kennt vermutlich die vom WHO empfohlene Händehygienetechnik. Diese besteht aus 6 Schritten und dauert 30 Sekunden. In einer am Universitätsspital Basel durchgeführten Studie hat man in direkten Beobachtungen eine Compliance von weniger als 10% mit diesen 6 Schritten festgestellt. Eine nachfolgende Studie vom Universitätsspital Basel wurde im April dieses Jahres am European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ECCMID) in Amsterdam,  Niederlanden, präsentiert. In der Studie wurden die 6 Schritte mit einer neuen Version aus 3 Schritten verglichen. Die 3 Schritte der Händedesinfektion haben bezüglich Keimübertragung signifikant besser abgeschnitten als die 6 Schritte.

Das UniversitätsSpital Zürich hat sich dazu entschieden, nicht mehr auf die Händehygienetechnik mit den 6 Schritten zu bestehen. Ab sofort gilt die ‚freie Technik‘, ‚Freestyle‘, wie wir das nennen.

Das geht folgendermassen:

  1. Händedesinfektion_15 3-5 ml Händedesinfektionsmittel (3x Drücken) auf die trockene Haut geben.
  2. Handflächen, inkl. Handgelenke, Fingerkuppen und Fingerzwischenräumen benetzen und einreiben bis die Haut trocken ist.
  3. Desinfektionsmittel einreiben, bis die Hände trocken sind.
  4. Nicht vergessen, auch der Daumen gehört desinfiziert.

Besonders wichtig: vor jedem Patientenkontakt!

Die Händedesinfektion vor Patientenkontakt und vor invasiven Massnahmen schneidet schlechter ab, als die Händedesinfektion nach Patientenkontakt und nach Kontakt mit infektiösem Material. Dies zeigen Beobachtungen an verschiedenen Spitälern, so auch am UniversitätsSpital Zürich. Um den Patienten einen optimalen Schutz zu gewährleisten, ist es jedoch wichtig, auch vor jedem Patientenkontakt eine gute Händedesinfektion durchzuführen.

Händehygiene ist eine Frage der klinischen Exzellenz!

Obwohl vermeintlich banal, ist es eine Herausforderung, sich das so beizubringen, dass keine Momente ‚vergessen‘ gehen. Wer schafft das?

Link zur Studie des Universitätsspital Basel: ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25782907

Ein Gedanke zu „Es liegt in unseren Händen

  1. Pingback: Wirksamere Händehygiene durch einfachere Methode - rissip GmbH

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